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Ministerpräsident Koch überzeugte sich in Obergladbach von Leistungen des Nachwuchses
Vom 12.04.2002
ski. OBERGLADBACH - So viel Aufmerksamkeit gab es für den Obergladbacher Feuerwehrnachwuchs wohl noch nie: Ministerpräsident, Landrat, Bürgermeister und mehrere Abgeordnete waren in den Schlangenbader Ortsteil gekommen, um nach dem Erfolgsrezept der Jugendwehr zu fragen. Denn die Jungen und Mädchen gehören mit mehreren Meistertiteln „zu den Erfolgreichsten in Hessen“, wie Ministerpräsident Roland Koch (CDU) anerkennend feststellte.
Zu dem Besuch des Regierungschefs kam es, weil die Jugendfeuerwehr bei allem Erfolg auch Pech hatte: Sie wurde 1999 und 2001 Landesmeister der hessischen Jugendwehren. Doch der Bundeswettkampf, also die höchsten Weihen für junge Feuerwehr-Wettkampfer, findet nur alle zwei Jahre statt - und in diesen beiden Jahren eben nicht.
Karl-Heinz Petry, der stellvertretende Protokollchef der hessischen Landesregierung und gleichzeitig Obergladbacher ist, schlug dem Ministerpräsidenten deshalb vor, die Mannschaft in die Staatskanzlei einzuladen. Doch Koch wollte sich direkt vor Ort ein Bild der erfolgreichen Jugendarbeit machen. Vor einer großen Zuschauerkulisse - viele Obergladbacher waren ans Bürgerhaus gekommen - führte die Jugend die beiden Teile eines Feuerwehrwettkampfs vor. Koch konnte verfolgen, wie zunächst ein Löschangriff schnell und richtig aufgebaut wird. Anschließend zeigten die Jungen und Mädchen auch noch die Aufgaben des Staffellaufs - aufgrund der Platzverhältnisse allerdings in einer stark gekürzten Form. Der Ministerpräsident erwies sich dabei durchaus als sachkundig: Schließlich gehört auch sein 15-jähriger Sohn der Jugendfeuerwehr an, wie er im Gespräch mit dem Obergladbacher Wehrführer und Gemeindebrandinspektor Helmut Dietrich erzählte.
Dietrich hatte den Gast zusammen mit Landrat Bernd Röttger (CDU) und Bürgermeister Detlev Sieber (SPD) vor dem Gerätehaus empfangen. Bei einem Rundgang durch das Haus besichtigte er auch den Schrank mit den vielen Pokalen, die die Jugendfeuerwehr schon mit nach Hause gebracht hat. Da dieser Schrank ziemlich voll ist, sollte der Bürgermeister doch mal über eine neue Vitrine für die Wehr nachdenken, meinte Koch an Sieber gerichtet.
Nach der Übung endete der Besuch des Ministerpräsidenten im vollbesetzten Bürgerhaus. Mit seinem Besuch wolle er den jungen Leuten zeigen, wie wichtig deren Engagement für die Landesregierung ist, erklärte Koch.
Gerade eine so erfolgreiche Jugendarbeit wie in Obergladbach bestärke ihn in der Ansicht, dass es richtig ist, die freiwilligen Feuerwehren in den Ortsteilen zu erhalten. Da nehme er auch die Kritik der Rechnungsprüfer in Kauf. Denn den Brandschutz könne man wohl auch mit wenigen Wehren in zentralen Orten sicher stellen. Die wichtige Gemeinschaft, die auch der Jugend eine Chance gebe, bestehe dann nicht mehr in diesem Umfang.
Als Dank des Landes, und „weil ihr verdammt gut seit“, hatte Koch zum Abschied noch einen Scheck über 500 Euro für die Jugendfeuerwehr mitgebracht. Und alle Jungen und Mädchen erhielten noch T-Shirts, Tassen und Kulis mit dem Aufdruck „Hessen - hier ist die Zukunft“.
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